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Beckenbodenschmerzen: Ursachen, Symptome und effektive Behandlungen

Lukas Fuchs vor 3 Tagen Medizin & Krankheiten 3 Min. Lesezeit

Was sind Beckenbodenschmerzen?

Beckenschmerzen sind Schmerzen, die von den Muskeln und Bindegeweben des Beckenbodens ausgehen. Der Beckenboden ist eine Gruppe von Muskeln und Bändern, die den unteren Teil deines Beckens stützen und deine Blase, deinen Darm und deine Gebärmutter (bei Frauen) an Ort und Stelle halten.

Wer kann von Beckenbodenschmerzen betroffen sein?

Beckenbodenschmerzen können Männer und Frauen jeden Alters betreffen, sind jedoch bei Frauen häufiger. Frauen, die schwanger waren oder entbunden haben, haben ein höheres Risiko, Beckenbodenschmerzen zu entwickeln.

Was verursacht Beckenbodenschmerzen?

Die Ursachen von Beckenbodenschmerzen können vielfältig sein, darunter:

  • Übermäßige Belastung: Übermäßige körperliche Aktivität, schweres Heben oder chronischer Husten können die Beckenbodenmuskulatur überlasten und zu Schmerzen führen.
  • Schwangerschaft und Geburt: Schwangerschaft und Geburt können den Beckenboden dehnen und schwächen, was zu Schmerzen führt.
  • Beckenorganprolaps: Dabei handelt es sich um eine Erkrankung, bei der die Beckenorgane (Blase, Darm oder Gebärmutter) nach unten in die Vagina absacken und Druck auf den Beckenboden ausüben.
  • Neurologische Erkrankungen: Erkrankungen wie Multiple Sklerose oder Parkinson können die Nerven im Beckenboden beeinträchtigen und zu Schmerzen führen.
  • Endometriose: Dabei handelt es sich um eine Erkrankung, bei der sich Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutter ansiedelt und Schmerzen verursachen kann.
  • Chronische Verstopfung: Chronische Verstopfung kann den Beckenboden belasten und zu Schmerzen führen.

Diagnose von Beckenbodenschmerzen

Bevor eine effektive Behandlung für Beckenbodenschmerzen eingeleitet werden kann, ist eine genaue Diagnose unerlässlich. Dies kann eine Herausforderung darstellen, da die Symptome oft subtil sind und mit anderen Beckenbodenbeschwerden, wie Harninkontinenz, verwechselt werden können.

Anamnese und körperliche Untersuchung

Dein Arzt wird zunächst eine ausführliche Anamnese erheben, einschließlich Fragen zu deinen Symptomen, deiner Krankengeschichte und deinem Lebensstil. Anschließend wird eine körperliche Untersuchung durchgeführt, die Folgendes umfasst:

  • Innere Untersuchung: Dein Arzt tastet den Beckenboden ab, um nach Verspannungen, Knötchen oder anatomischen Anomalien zu suchen.
  • Rektale Untersuchung: Bei Männern kann eine rektale Untersuchung zur Beurteilung der Prostata oder anderer Beckenstrukturen erforderlich sein.
  • Ultraschall: Ein Beckenultraschall kann verwendet werden, um Bilder des Beckenbodens und der umliegenden Organe zu erstellen und nach Anomalien zu suchen.

Spezialisierte Tests

In einigen Fällen können spezialisiertere Tests erforderlich sein, um die Diagnose von Beckenbodenschmerzen zu bestätigen, darunter:

  • Elektromyographie (EMG): Dieses Verfahren misst die elektrische Aktivität der Beckenbodenmuskulatur und kann helfen, Muskelverspannungen oder Nervenschäden zu identifizieren.
  • Nerventraktanalyse: Dieser Test beurteilt die Funktion der Nerven, die den Beckenboden versorgen, und kann bei der Diagnose von Nervenschäden helfen.

Differentielle Diagnose

Da die Symptome von Beckenbodenschmerzen mit anderen Beckenbodenbeschwerden überlappen können, ist es wichtig, dass dein Arzt andere mögliche Diagnosen ausschließt, wie zum Beispiel:

  • Harninkontinenz
  • Endometriose
  • Interstitielle Zystitis
  • Prostatitis (bei Männern)

Behandlungen für Beckenbodenschmerzen

Beckenbodenschmerzen können auf verschiedene Weise behandelt werden, je nach Ursache und Schwere der Schmerzen. Hier sind einige der häufigsten Behandlungsmöglichkeiten:

Konservative Behandlungen

  • Medikamente: Medikamente wie Schmerzmittel, Muskelrelaxantien und Antidepressiva können helfen, Schmerzen zu lindern und andere Symptome zu kontrollieren.
  • Physikalische Therapie: Ein Physiotherapeut kann dir helfen, Übungen zur Stärkung und Entspannung der Beckenbodenmuskulatur zu erlernen, um die Schmerzen zu lindern.
  • Biofeedback: Diese Therapie verwendet Sensoren, um die Beckenbodenmuskelaktivität zu messen und zu trainieren. Dies kann dir helfen, die Kontrolle über diese Muskeln zu erlangen und Schmerzen zu reduzieren.

Injektionsbehandlungen

  • Triggerpunkt-Injektionen: Hierbei werden Medikamente in schmerzauslösende Punkte an den Beckenbodenmuskeln injiziert, um die Schmerzen zu lindern.
  • Nervenblockaden: Bei diesen Injektionen werden Medikamente in Nerven um die Beckenbodenmuskulatur injiziert, um die Schmerzen zu blockieren.

Operative Eingriffe

  • Pessar: Dies ist ein kleines, ringförmiges Gerät, das in die Vagina eingesetzt wird, um den Beckenboden zu stützen und Schmerzen zu lindern.
  • Sakrale Nervenstimulation: Diese Behandlung beinhaltet die Implantation eines Geräts, das elektrische Impulse an den Sakralnerv sendet, um die Beckenbodenmuskulatur zu stimulieren und Schmerzen zu lindern.
  • Myektomie: Eine Operation, bei der ein Teil des Beckenbodenmuskels entfernt wird, kann bei schweren Schmerzen in Betracht gezogen werden.

Hausmittel

Zusätzlich zu den medizinischen Behandlungen können auch einige Hausmittel zur Linderung von Beckenbodenschmerzen beitragen:

  • Warme Bäder: Das Einweichen in einem warmen Bad kann helfen, Schmerzen zu lindern und die Muskeln zu entspannen.
  • Kältetherapie: Das Auflegen eines Eisbeutels auf den schmerzenden Bereich kann helfen, Entzündungen zu reduzieren und Schmerzen zu betäuben.
  • Sitzkissen: Ein speziell entwickeltes Sitzkissen kann helfen, Druck auf den Beckenboden zu reduzieren und Schmerzen zu lindern.

Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass nicht jede Behandlung für alle geeignet ist. Dein Arzt wird dir dabei helfen, die beste Behandlungsmethode basierend auf deinen individuellen Bedürfnissen und Vorlieben zu bestimmen.

Hausmittel gegen Beckenbodenschmerzen

Wenn du an Beckenbodenschmerzen leidest, kannst du einige Hausmittel ausprobieren, um die Beschwerden zu lindern. Diese können dir dabei helfen, die Muskeln im Beckenboden zu entspannen und Schmerzen zu reduzieren.

Warme Bäder

Warme Bäder können helfen, die Beckenbodenmuskulatur zu entspannen und Schmerzen zu lindern. Du kannst dem Wasser auch beruhigendes Epsom-Salz oder ätherische Öle wie Lavendel oder Kamille hinzufügen.

Kältetherapie

Kältetherapie kann ebenfalls helfen, Schmerzen und Entzündungen zu reduzieren. Du kannst einen Eisbeutel oder eine Kühlkompresse auf den betroffenen Bereich auflegen.

Sitzkissen mit Loch

Ein Sitzkissen mit Loch kann Druck auf den Beckenboden reduzieren, da es den direkten Kontakt mit harten Oberflächen vermeidet. Dies kann besonders beim Sitzen hilfreich sein.

Kegelsche Übungen

Kegelsche Übungen sind eine einfache und effektive Möglichkeit, die Beckenbodenmuskulatur zu stärken. Um Kegels Übungen durchzuführen, ziehst du den Beckenboden für 5 Sekunden zusammen, hältst ihn und lässt ihn dann wieder los. Wiederhole dies 10-15 Mal, mehrmals täglich.

Beckenbodentrainer

Beckenbodentrainer sind Geräte, die zur Stärkung der Beckenbodenmuskulatur entwickelt wurden. Es gibt verschiedene Arten von Beckenbodentrainern, wie z. B.:

  • Gewichtheber
  • Vaginalkonen
  • Elektrische Stimulatoren

Stressabbau

Stress kann die Beckenbodenschmerzen verschlimmern. Daher ist es wichtig, Stressabbautechniken zu finden, wie z. B.:

  • Yoga
  • Meditation
  • Atemübungen

Haltungskorrektur

Eine schlechte Körperhaltung kann zu Beckenbodenschmerzen beitragen. Versuche, eine aufrechte Haltung einzunehmen und vermeide es, zu lange zu sitzen oder zu stehen.

Gesunde Ernährung

Eine gesunde Ernährung, die reich an Ballaststoffen und Vollkornprodukten ist, kann helfen, Verstopfung zu verhindern, die Beckenbodenschmerzen auslösen kann.

Wenn du diese Hausmittel ausprobiert hast und deine Schmerzen weiterhin bestehen oder sich verschlimmern, ist es wichtig, einen Arzt aufzusuchen, um weitere Untersuchungen und Behandlungsoptionen zu besprechen.

Übungen zur Stärkung des Beckenbodens

Neben Behandlungen wie Physiotherapie und medikamentöser Therapie spielen auch Übungen zur Stärkung des Beckenbodens eine wichtige Rolle bei der Behandlung von Beckenbodenschmerzen. Diese Übungen zielen darauf ab, die Muskeln im Beckenboden zu stärken und ihre Funktion zu verbessern.

Kegels-Übungen

Kegels-Übungen sind eine bekannte und effektive Methode zur Stärkung des Beckenbodens.

Anleitung:

  1. Identifiziere deine Beckenbodenmuskeln, indem du den Urinfluss während des Wasserlassens unterbrichst.
  2. Spanne deine Beckenbodenmuskeln für 5 Sekunden an.
  3. Entspanne die Muskeln für 5 Sekunden.
  4. Wiederhole 10-15 Mal pro Übung.
  5. Führe die Übung mehrmals täglich durch.

Knipsen

Anleitung:

  1. Ziehe deine Beckenbodenmuskeln schnell zusammen und entspanne sie dann sofort wieder.
  2. Wiederhole 20-30 Mal pro Übung.
  3. Führe die Übung mehrmals täglich durch.

Hocke mit Beckenbodenanspannung

Anleitung:

  1. Gehe in die Hocke, wobei deine Füße hüftbreit auseinander stehen.
  2. Spanne deine Beckenbodenmuskeln an, während du dich langsam aufrichtest.
  3. Halte die Anspannung für ein paar Sekunden und entspanne dann.
  4. Wiederhole 10-15 Mal pro Übung.
  5. Führe die Übung mehrmals täglich durch.

Beckenbodentrainer

Neben Übungen kannst du auch Beckenbodentrainer verwenden, um deine Muskeln zu stärken. Es gibt verschiedene Arten von Beckenbodentrainern auf dem Markt, wie z. B.:

  • Kegelstimulatoren: Geräte, die elektrische Impulse aussenden, um deine Beckenbodenmuskeln zu stimulieren.
  • Vaginalkegel: Gewichte, die in die Vagina eingeführt werden, um die Muskeln zu beschweren.
  • Biofeedback-Geräte: Geräte, die dir Feedback über die Anspannung deiner Beckenbodenmuskeln geben.

Es ist wichtig, vor der Verwendung eines Beckenbodentrainers mit deinem Arzt zu sprechen, um sicherzustellen, dass er für dich geeignet ist.

Wann du einen Arzt aufsuchen solltest

Wenn du unter Schmerzen im Beckenboden leidest, ist es wichtig, einen Arzt aufzusuchen, um die Ursache zu ermitteln und eine wirksame Behandlung zu erhalten. Es ist besonders wichtig, einen Arzt zu konsultieren, wenn:

Du hast anhaltende Schmerzen

Auch wenn die Schmerzen mild sind, können anhaltende Schmerzen im Beckenboden ein Hinweis auf ein zugrunde liegendes Problem sein.

Die Schmerzen beeinträchtigen deine täglichen Aktivitäten

Wenn die Schmerzen so stark sind, dass sie deine täglichen Aktivitäten wie Gehen, Sitzen oder Geschlechtsverkehr beeinträchtigen, ist es wichtig, einen Arzt aufzusuchen.

Du hast andere Symptome wie:

  • Inkontinenz
  • Harnverhalt
  • Stuhlverhalt
  • Schmerzen beim Stuhlgang oder Wasserlassen
  • Ein Gefühl der Fülle oder eines Fremdkörpers in der Vagina oder im Rektum

Diese Symptome können auf ein Problem mit dem Beckenboden hinweisen, wie z. B. einen Prolaps oder eine Dysfunktion.

Die Schmerzen verschlimmern sich

Wenn sich die Beckenbodenschmerzen mit der Zeit verschlechtern oder nicht auf Hausmittel ansprechen, solltest du einen Arzt aufsuchen.

Du bist unsicher über die Ursache der Schmerzen

Wenn du dir nicht sicher über die Ursache deiner Beckenbodenschmerzen bist, ist es ratsam, einen Arzt zu konsultieren. Er kann dir helfen, die Ursache zu ermitteln und die beste Behandlungsmethode für dich zu empfehlen.

Du bist schwanger oder stillst

Wenn du schwanger bist oder stillst, kann es wichtig sein, einen Arzt aufzusuchen, um sicherzustellen, dass die Behandlung für Beckenbodenschmerzen für dich und dein Baby sicher ist.

Frage deinen Arzt nach Folgenden:

  • Den zugrunde liegenden Ursachen deiner Beckenbodenschmerzen
  • Die beste Behandlungsmethode für deinen individuellen Fall
  • Die Prognose und mögliche Komplikationen
  • Möglichkeiten zur Vorbeugung zukünftiger Schmerzen

Prognose und Vorbeugung von Beckenbodenschmerzen

Die Prognose von Beckenbodenschmerzen hängt von der zugrunde liegenden Ursache, der Schwere der Schmerzen und der rechtzeitigen Behandlung ab. In vielen Fällen können Beckenbodenschmerzen effektiv behandelt und die Schmerzen gelindert werden.

Vorbeugung

Während es nicht immer möglich ist, Beckenbodenschmerzen vorzubeugen, können bestimmte Maßnahmen dazu beitragen, das Risiko ihres Auftretens zu verringern:

  • Stärke deinen Beckenboden: Regelmäßige Übungen zur Stärkung des Beckenbodens können dazu beitragen, die Muskeln zu kräftigen und sie weniger anfällig für Verletzungen zu machen.
  • Vermeide schweres Heben: Häufiges Heben schwerer Gegenstände kann Druck auf deinen Beckenboden ausüben und zu Schmerzen führen.
  • Achte auf deine Körperhaltung: Eine gute Körperhaltung entlastet deinen Beckenboden und verringert das Risiko von Schmerzen.
  • Verliere Gewicht, wenn nötig: Übergewicht kann zusätzlichen Druck auf deinen Beckenboden ausüben.
  • Reduziere Stress: Stress kann zu Muskelverspannungen im Beckenboden führen.
  • Verwende ergonomische Stühle: Stühle mit guter Unterstützung können helfen, den Druck auf deinen Beckenboden zu verringern.

Prognose

Die Prognose von Beckenbodenschmerzen hängt von der Ursache ab. Einige Ursachen, wie z. B. Verletzungen oder Entzündungen, können gut auf eine Behandlung ansprechen und zu einer vollständigen Genesung führen. Andere Ursachen, wie z. B. Nervenschmerzen oder chronische Muskelverspannungen, können schwieriger zu behandeln sein und einen längeren Verlauf haben.

In vielen Fällen können Beckenbodenschmerzen mit einer Kombination aus Behandlungsmethoden, wie z. B. Medikamenten, physikalischer Therapie und Lebensveränderungen, effektiv behandelt werden. Es ist wichtig, mit deinem Arzt zusammenzuarbeiten, um die beste Behandlungsoption für dich zu finden und eine Verschlechterung der Schmerzen zu verhindern.

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