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Orthostatischer Schock: Ursachen, Symptome und Lebensrettende Maßnahmen

Lukas Fuchs vor 3 Monaten Herz-Kreislauf 3 Min. Lesezeit

Stell dir vor, du hängst in der Luft, gefangen in einem Gurt. Was zunächst harmlos erscheint, kann schnell lebensbedrohlich werden. Der orthostatische Schock, oft im Zusammenhang mit dem sogenannten Hängetrauma genannt, ist eine ernstzunehmende Gefahr, die schnelles Handeln erfordert. In diesem Artikel erfährst du alles Wichtige über Ursachen, Symptome und lebensrettende Maßnahmen, um im Notfall richtig reagieren zu können.

Was ist ein orthostatischer Schock?

Der orthostatische Schock, auch als Hängetrauma bekannt, ist ein medizinischer Notfall, der durch längeres, bewegungsloses Hängen in einem Gurtsystem entstehen kann. Dabei kommt es zu einer Fehlverteilung des Blutes im Körper, was zu einer Unterversorgung des Gehirns und anderer lebenswichtiger Organe führt. Im schlimmsten Fall kann dies zum Tod führen.

Wie entsteht ein orthostatischer Schock?

Die Ursache für den orthostatischen Schock liegt in der Schwerkraft. Wenn eine Person über längere Zeit in einem Gurt hängt, versackt das Blut in den Beinen. Die Muskelpumpe, die normalerweise das Blut zurück zum Herzen transportiert, ist in dieser Situation nicht aktiv. Dadurch kommt es zu folgenden Problemen:

  • Verminderter Rückfluss zum Herzen: Weniger Blut erreicht das Herz, was zu einem geringeren Herzzeitvolumen führt.
  • Blutdruckabfall: Der verminderte Rückfluss zum Herzen führt zu einem Absinken des Blutdrucks.
  • Unterversorgung des Gehirns: Durch den niedrigen Blutdruck und das geringere Herzzeitvolumen erhält das Gehirn nicht mehr ausreichend Sauerstoff.

Dieser Mechanismus kann innerhalb kürzester Zeit zu Bewusstlosigkeit und schließlich zum Tod führen.

In welchen Situationen tritt ein orthostatischer Schock auf?

Der orthostatische Schock tritt typischerweise in folgenden Situationen auf:

  • Arbeiten in der Höhe: Bei Arbeiten mit Absturzsicherung, wie z.B. im Gerüstbau, bei Dacharbeiten oder in Windkraftanlagen.
  • Industrieklettern: Bei seilunterstützten Arbeiten in schwer zugänglichen Bereichen.
  • Freizeitaktivitäten: Beim Klettern, Bergsteigen oder bei der Nutzung von Seilbahnen.
  • Rettungseinsätze: Bei der Rettung von Personen aus Höhen oder Tiefen.

Symptome eines orthostatischen Schocks

Die Symptome eines orthostatischen Schocks können sich schnell entwickeln. Achte auf folgende Anzeichen:

  • Blässe: Die Haut kann blass und kühl werden.
  • Schwindel: Betroffene klagen oft über Schwindelgefühle.
  • Übelkeit: Übelkeit und Erbrechen können auftreten.
  • Herzrasen: Der Puls kann sich beschleunigen.
  • Schwächegefühl: Ein allgemeines Schwächegefühl und Zittern sind typisch.
  • Sehstörungen: Verschwommenes Sehen oder Schwarzwerden vor den Augen können auftreten.
  • Bewusstlosigkeit: Im fortgeschrittenen Stadium kann es zur Bewusstlosigkeit kommen.

Erste Hilfe Maßnahmen bei einem orthostatischen Schock

Bei Verdacht auf einen orthostatischen Schock ist schnelles Handeln entscheidend. Die folgenden Maßnahmen können lebensrettend sein:

  1. Alarmieren des Rettungsdienstes: Setze umgehend einen Notruf ab (112 in Deutschland).
  2. Entlastung des Gurtes: Versuche, den Druck des Gurtes auf die Beine zu reduzieren. Dies kann durch Anheben der Beine oder durch Lockern des Gurtes geschehen, falls dies sicher möglich ist.
  3. Horizontale Lagerung (wenn möglich): Wenn möglich, bringe die Person in eine horizontale Position. Dies fördert den Blutrückfluss zum Herzen. Achtung: Bei Bewusstlosigkeit stabile Seitenlage!
  4. Beine hochlagern: Lagere die Beine hoch, um den Blutrückfluss zum Herzen zu unterstützen.
  5. Kreislauf unterstützen: Sprich die Person an und versuche, sie wach zu halten.
  6. Überwachung der Vitalfunktionen: Überwache Atmung und Puls bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes.

Prävention des orthostatischen Schocks

Die beste Behandlung des orthostatischen Schocks ist die Prävention. Folgende Maßnahmen können das Risiko minimieren:

  • Regelmäßige Pausen: Bei Arbeiten in der Höhe regelmäßige Pausen einlegen, um die Beine zu entlasten.
  • Bewegung: Leichte Bewegungen der Beine fördern den Blutrückfluss.
  • Geeignete Gurte: Verwende Gurte, die eine gute Gewichtsverteilung gewährleisten und den Druck auf die Beine minimieren.
  • Schulungen: Regelmäßige Schulungen und Unterweisungen zum Thema Hängetrauma und orthostatischer Schock sind essentiell.
  • Rettungsplan: Erstelle einen Rettungsplan für den Notfall.

Fazit

Der orthostatische Schock ist eine ernstzunehmende Gefahr, die bei Arbeiten in der Höhe oder anderen Situationen, in denen man längere Zeit in einem Gurt hängt, auftreten kann. Durch das Wissen um Ursachen, Symptome und präventive Maßnahmen kann das Risiko minimiert und im Notfall Leben gerettet werden. Es ist wichtig, sich regelmäßig zu informieren und sich der Gefahren bewusst zu sein.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und ersetzt keine professionelle medizinische Beratung. Im Notfall immer den Rettungsdienst alarmieren!

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