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Aminosäuren für Muskelaufbau: Welche, wie viel und wann sie wirklich wirken

Lukas Fuchs vor 8 Monaten in  Sporternährung 3 Minuten Lesedauer

Konkrete Antworten auf praxisrelevante Fragen zu Aminosäuren für Muskelaufbau: welche Aminosäuren zählen, optimale Dosen, Timing, Supplement‑Vergleiche und wissenschaftliche Evidenz für effektivere Hypertrophie.

Future Computing

Dieser Artikel konzentriert sich gezielt auf häufige, praxisorientierte Fragen zu aminosäuren für muskelaufbau und liefert handfeste Empfehlungen basierend auf aktueller Forschung. Grundlegendes Wissen über Proteine setzen wir voraus und gehen stattdessen auf Dosierungen, Kombinationen mit Training und sinnvolle Supplementstrategien ein.

Welche Aminosäuren sind für Muskelaufbau am wichtigsten?

Für die Stimulation der Muskelproteinsynthese (MPS) sind vor allem die essentiellen Aminosäuren (EAAs) relevant, mit einer Sonderrolle für Leucin:

  • Leucin: Schlüssel-Aminosäure zur Aktivierung des mTOR‑Signals und Auslösung der MPS.
  • Andere EAAs (Isoleucin, Valin, Lys, Met, Phe, Thr, His): Notwendig für den Aufbau neuer Muskelproteine; Leucin allein reicht nicht dauerhaft.
  • BCAAs (Leucin, Isoleucin, Valin): Aktivieren MPS (Leucin), liefern aber keine vollständige Palette der EAAs – daher limitiert, wenn keine zusätzlichen EAAs vorhanden sind.

Konkrete Dosierungsempfehlungen

  • Leucin pro Mahlzeit: 2,5–3 g Leucin gelten als realistische „Auslöse“-Dosis der MPS bei jungen Erwachsenen; ältere Personen benötigen ~3–4 g.
  • EAAs gesamt: Studien zeigen, dass 6–12 g EAAs (mit ~2,5–3 g Leucin darin) post-exercise MPS effektiv stimulieren.
  • BCAAs allein: Typische Dosen 5–10 g BCAA; sinnvoll zur Reduktion von Muskelkater und als Ergänzung, wirken allein aber suboptimal für langfristigen Muskelaufbau ohne andere EAAs oder Protein.

Praktische Umsetzung: Eine 25–40 g Portion hochwertiges Whey liefert meist ausreichend Leucin (ca. 2–3 g) und alle EAAs; freie EAA‑Präparate können sinnvoll sein, wenn keine komplette Proteinquelle verfügbar ist.

Timing: Wann einnehmen — vor, während oder nach dem Training?

  • Post-Workout (innerhalb 0–60 min): Klassisch effektiv: 6–12 g EAAs oder 20–40 g Whey zur Maximierung der MPS nach Widerstandstraining.
  • Intra-Workout: Bei langen (>90 min) oder intensiven Sessions bzw. im Fastenzustand können EAAs oder BCAAs während des Trainings helfen, Proteolyse zu reduzieren und MPS zu unterstützen.
  • Mahlzeitenverteilung: Ziel ist, pro Hauptmahlzeit die Leucin‑Schwelle zu erreichen (2,5–3 g) – das reduziert die Notwendigkeit intensiver Supplementierung, wenn tägliche Proteinmenge und Verteilung passen.

BCAA vs. EAA vs. Whey — was ist am effektivsten?

Zusammengefasst:

  • BCAA‑Only: Aktivieren MPS kurzfristig (über Leucin), sind aber limitiert, weil die restlichen EAAs für echtes Muskelwachstum fehlen.
  • EAA‑Supplements: Sehr effizient, weil sie alle benötigten Essentiellen Aminosäuren liefern und oft geringere Dosen notwendig sind als bei freien BCAAs + andere Quellen.
  • Whey/Volles Protein: Praktisch und kosteneffizient: liefert EAAs, schnellen Anstieg der Plasmaaminosäuren und eine anhaltende Versorgung durch Peptidabbau. Für die meisten Trainierenden ist Whey die beste Allround‑Option.

Empfehlung: Wenn die Mahlzeitqualität unsicher ist, EAA‑Produkt oder Whey nach dem Training; BCAA nur ergänzend, nicht als alleiniges opt. Mittel für Muskelaufbau.

Synergien mit Kohlenhydraten, Insulin und Kreatin

  • Kohlenhydrate/Insulin: Insulin ist eher permissiv — ein moderater Anstieg (z. B. durch 20–40 g Kohlenhydrate) erhöht Aminosäureaufnahme, macht aber ohne ausreichend EAAs kaum einen Unterschied für zusätzliche MPS.
  • Kreatin: Kreatin ergänzend erhöht Trainingsvolumen und langfristige Hypertrophie; kombiniert mit ausreichenden EAAs/Whey wirkt es synergistisch auf Muskelzuwachs.

Sicherheit und Nebenwirkungen

  • Bei gesunden Personen sind EAAs, BCAAs und Whey bei empfohlenen Dosen sicher.
  • Bei Nierenerkrankungen vor hohen Protein- oder Aminosäurendosen ärztliche Rücksprache erforderlich.
  • Sehr hohe Einzeldosen einzelner Aminosäuren (z. B. >10 g freies Leucin täglich als Monosubstanz über lange Zeit) sind unnötig und können Ungleichgewichte verursachen.

Praktische Supplement‑Strategien für den Muskelaufbau

  1. Priorität 1: Gesamtproteinmenge und Mahlzeitenverteilung — Ziel 1.6–2.2 g/kg Körpergewicht/Tag mit gleichmäßiger Verteilung (alle 3–4 h) und pro Mahlzeit ~2,5–3 g Leucin.
  2. Priorität 2: Whey direkt nach dem Training (20–40 g) oder 6–12 g EAA, wenn Flächenbedarf/Allergien bestehen.
  3. Priorität 3: Kreatinmonohydrat (3–5 g/Tag) als Ergänzung für erhöhtes Trainingsvolumen.
  4. Optional: BCAA intra-workout bei langen oder fastenden Einheiten; aber nicht als Ersatz für vollständige Proteine.

Was die Forschung sagt — kurz und praxisnah

META-Analysen zeigen: EAAs oder vollständige Proteinquellen erhöhen akut die MPS; chronisch führen sie — in Kombination mit progressivem Widerstandstraining — zu messbarer Hypertrophie. Reine BCAA-Interventionen zeigen weniger konsistente Ergebnisse gegenüber EAA/Whey, weil essentielle Bausteine fehlen. Für ältere Athleten ist die Leucin-Anforderung höher.

Weitere Studien und Reviews finden Sie auf PubMed: PubMed: EAA + muscle protein synthesis.

Fazit — kurze Handlungsempfehlung

  • Setzen Sie auf EAAs oder Whey nach dem Training; streben Sie 2,5–3 g Leucin pro Mahlzeit an.
  • Verwenden Sie BCAA nur ergänzend, nicht als Ersatz für vollständige Proteine.
  • Kombinieren Sie Aminosäurenstrategie mit progressivem Krafttraining und Kreatin für maximalen Hypertrophiegewinn.
  • Bei Vorerkrankungen medizinisch abklären lassen.

Wenn Sie möchten, kann ich Ihre aktuelle Ernährungs- und Trainingsroutine kurz prüfen und konkrete Dosen/Timing-Vorschläge für Ihre Situation formulieren (Alter, Körpergewicht, Trainingshäufigkeit vorausgesetzt).

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